Ein Download kopiert die Datei, er filmt sie nicht ab
Nein, beim Herunterladen geht keine Bildqualität verloren. Was du bekommst, ist derselbe Stream, den die Plattform auch an ihren eigenen Player schickt, nur als Datei auf deiner Festplatte statt im Arbeitsspeicher eines Browsers. Verluste entstehen an ganz anderen Stellen, und die lassen sich benennen.
Kopieren ist etwas anderes als neu aufnehmen
Ein Player im Browser holt sich die Videodaten von der Plattform, dekodiert sie und malt sie auf den Bildschirm. Ein Download holt sich genau dieselben Daten und schreibt sie in eine Datei. Der Weg der Bytes ist bis zu diesem Punkt identisch, nur das Ziel unterscheidet sich.
Deshalb gibt es keinen Kompressionsschritt, in dem etwas verloren gehen könnte. Es wird nichts neu berechnet, nichts skaliert und nichts nachgeschärft. Die Bildpunkte in deiner Datei sind dieselben Bildpunkte, die die Plattform ausgeliefert hat.
Auch das Zusammenfügen von Bild und Ton ändert daran nichts. Oberhalb von 360p liegen bei YouTube zwei getrennte Streams vor, die im YouTube Downloader mit ffmpeg in eine Datei gelegt werden. Dabei wandern die Spuren in eine gemeinsame Hülle, das Bild selbst wird nicht angefasst.
Eine Bildschirmaufnahme verliert dagegen wirklich eine Generation
Das ist der Weg, den viele als Notlösung wählen, und ausgerechnet er kostet Qualität. Bei einer Bildschirmaufnahme wird das bereits dekodierte Bild abgefilmt und anschließend erneut komprimiert. Aus einer verlustbehafteten Kodierung werden zwei.
Dazu kommen Nebenwirkungen, die nichts mit dem Video zu tun haben. Die Aufnahme läuft mit der Bildwiederholrate deines Bildschirms, nicht mit der des Videos, was zu ruckelnden Bewegungen führen kann. Sie hat die Auflösung deines Fensters statt die des Videos. Und sie nimmt auf, was der Rechner sonst noch anzeigt, vom Mauszeiger bis zur Benachrichtigung.
Der Ton läuft bei diesem Weg über die Systemwiedergabe und wird ebenfalls neu kodiert. Unterm Strich tauschst du eine saubere Kopie gegen eine schlechtere Abfilmung ein, und zwar in jedem einzelnen Punkt.
Wer beim Vergleich mit einer Bildschirmaufnahme den Eindruck hat, ein Download sehe besser aus, liegt damit richtig. Es sind zwei technisch völlig verschiedene Vorgänge.
Die eigentliche Obergrenze liegt vor deinem Download
Sie besteht aus zwei Schritten, die längst passiert sind, bevor du überhaupt auf den Link klickst. Erstens hat der Uploader eine bestimmte Fassung veröffentlicht. Zweitens hat die Plattform diese Fassung beim Hochladen neu kodiert, um daraus ihre eigenen Streams zu machen.
Was in diesen beiden Schritten weggeworfen wurde, ist weg. Kein Werkzeug holt es zurück, weil die Information die Plattform nie erreicht hat oder von ihr bereits verworfen wurde. Das ist auch der Grund, warum ein altes, in niedriger Auflösung hochgeladenes Video heute nicht plötzlich scharf wird.
Als Anhaltspunkt für das obere Ende gibt YouTube seinen Uploadern Empfehlungen: 8 bis 12 Mbit für 1080p, 35 bis 68 Mbit für 2160p mit 30 Bildern pro Sekunde und 53 bis 85 Mbit für 2160p mit 60 Bildern pro Sekunde. Was später an Zuschauer ausgeliefert wird, liegt darunter, teilweise deutlich. Nimm die Zahlen also als Obergrenze und nicht als Versprechen.
Welche Auflösungen für ein bestimmtes Video überhaupt existieren und warum 2160p oft schlicht fehlt, ist im Ratgeber zu 4K und hohen Auflösungen ausführlich behandelt. Hier geht es um die andere Frage: ob der Vorgang selbst etwas kaputt macht. Er macht es nicht.
Wo doch ein zweiter Kodierschritt stattfindet
Beim Ton, und nur wenn du MP3 wählst. Die Plattform speichert die Tonspur bereits verlustbehaftet, und eine MP3 daraus zu machen bedeutet, dieses Ergebnis ein zweites Mal zu kodieren. Zwei verlustbehaftete Generationen statt einer.
Wer das vermeiden will, nimmt M4A. Dabei wird die AAC Tonspur der Plattform übernommen, wo das möglich ist, ohne sie erneut durch einen Encoder zu schicken. Eine Generation, und die Datei ist zusätzlich kleiner. Die Zahlen dazu stehen im Ratgeber zur Audiospur.
Beim Bild passiert nichts Vergleichbares, solange du eine der angebotenen Auflösungen wählst. Es gibt keinen Schritt, in dem das Video für dich neu gerechnet würde. Was das Umpacken in einen Container von einem echten Neukodieren unterscheidet, ist im Ratgeber zu Konvertieren und Umpacken beschrieben.
Warum ein Download trotzdem schlechter aussehen kann
Weil nicht das gewählt wurde, was du erwartet hast. Das ist keine Frage der Qualität des Vorgangs, sondern der Auswahl davor, und es sind immer dieselben drei Ursachen.
- Es wurde eine niedrigere Stufe geladen, als angeboten war. Facebook zum Beispiel hält oft eine kleine SD und eine große HD Fassung bereit, was der Ratgeber zu SD und HD bei Facebook auseinanderhält.
- Der Ton wurde nicht mitgeladen, weil ein Werkzeug den getrennten Audiostream übergangen hat. Das klingt nach Qualitätsverlust, ist aber ein fehlender Arbeitsschritt.
- Du siehst die Datei größer als im Feed. Auf einem Handydisplay wirkt eine kleinere Auflösung erstaunlich gut, auf einem großen Bildschirm fällt sie auf, obwohl sich die Datei nicht geändert hat.
Kein Downloader kann Auflösung erfinden, die nie hochgeladen wurde. Wer ein hochskaliertes Bild anbietet, liefert größere Pixel, keine neuen Details.
Häufige Fragen
Verliert ein Video beim Herunterladen an Qualität?
Nein. Es wird der Stream kopiert, den die Plattform ausliefert, und dabei findet keine erneute Kompression des Bildes statt. Die Datei entspricht dem, was auch der Player im Browser bekommen hätte.
Ist eine Bildschirmaufnahme genauso gut?
Nein, sie ist deutlich schlechter. Dabei wird das bereits dekodierte Bild abgefilmt und ein zweites Mal komprimiert, mit der Auflösung deines Fensters und der Bildrate deines Monitors statt der des Videos.
Warum sieht mein Download schlechter aus als das Original?
Meist wurde eine niedrigere Auflösung gewählt, als angeboten war, oder du siehst die Datei auf einem größeren Bildschirm als im Feed. Am Vorgang selbst liegt es nicht.
Geht beim Zusammenfügen von Bild und Ton Qualität verloren?
Nein. Die beiden Spuren werden in eine gemeinsame Hülle gelegt, das Bild wird dabei nicht neu berechnet.
Und beim MP3?
Dort schon, weil die bereits komprimierte Tonspur der Plattform ein zweites Mal kodiert wird. M4A vermeidet das, indem der AAC Ton übernommen wird, wo es möglich ist.
Kann ich ein altes Video in besserer Qualität bekommen?
Nein. Die Obergrenze ist immer das, was der Uploader veröffentlicht hat und was die Plattform daraus kodiert hat. Fehlende Details lassen sich nicht nachträglich erzeugen.